Über uns
Die Geschichte des Zapfanhängers
Alles fing an bei einer Geburtstagsparty im Sommer 2023 an. Wir saßen gemütlich mit dem ein oder anderen Kaltgetränk im Garten und Leander hatte sich nicht lumpen lassen und eine Zapfanlage organisiert. Diese war verbaut in einen alten Feuerwehranhänger aus DDR-Zeiten. Nachdem nun schon einige Getränke geflossen waren stellten wir fest, dass dieser Anhänger zwar ganz nett sein, aber noch die ein oder andere Stelle, sowohl optisch, wie auch technisch, aufwies, die uns nicht überzeugte. Das mussten wir doch besser hinbekommen... Gesagt, getan. Noch am selben Abend durchsuchten wir Kleinanzeigen nach einem passenden Unterbau. Einige Tage später hatten wir dann einen gefunden, baugleich dem, der schon bei besagter Geburtstagsparty zum Einsatz kam. Bevor wir länger drüber nachdenken konnten und uns eventuell noch Gründe eingefallen wären, warum wir den Anhänger doch nicht kaufen sollten (da hätte es einige gegeben, aber dazu später mehr), haben wir zugeschlagen.
Also hieß es los und den Anhänger abholen. Mit Anhänger auf Anhänger ging es für uns die rund 260km zurück nach Bramsche. Allerdings nicht ganz komplikationslos. Schon 3 Minuten nach Abfahrt löste sich der erste Spanngurt und wir mussten anhalten. Danach verlief die Fahrt zunächst ohne weitere Vorkommisse. Kurz vor dem Ziel mussten wir dann allerdings doch nochmal anhalten. Denn ansonsten wäre im Radio mal wieder zu hören gewesen: "Achtung auf der A1 liegt eine Dachlatte auf der Fahrbahn". Spätestens dort kam bei uns die Frage auf, was genau wir uns dort eigentlich eingebrockt hatten. Nachdem der Anhänger dann aber doch noch wohlbehalten an unserer Garage in Bramsche angekommen ist, konnte es in den darauffolgenden Tagen losgehen mit dem Umbau.

Wo fängt man nun also an, wenn man einen Anhänger gekauft hat, den man möglichst schnell zu einem Zapfanhänger umbauen möchte? Wir dachten uns: Ja, einfach erstmal den alten Innenausbau raus, der muss ja sowieso weg - und dann schauen wir mal weiter. Gesagt, getan. Relativ schnell zeigten sich erste Fortschritte und nach und nach leider auch immer mehr Baustellen, wie im folgenden ganz gut zu erkennen:
Danach hieß es dann Farbe entfernen. Da doch die ein oder andere Roststelle zu entdecken war, musste neue Farbe drauf und vorher die alte runter. Geplant war nur außen, bis ich (Simon) eines vormittags Leander anrief und sagte: "Das kann hier alles nicht so bleiben, die Außenhaut muss runter". Nun war der Anhänger also nackig, die Farbe aber immer noch auf dem Metall. An dieser Stelle wäre es Rückblickend vermutlich einfacher gewesen einfach eine gänzlich neue Außenhaut zu bauen und die alte zu entsorgen, aber wir dachten uns, den Lack schleifen wir einfach "mal eben" mit der Flex runter. Das hat leider gar nicht so gut und schon gar nicht "mal eben" geklappt. So kam es, dass die Teile, nachdem kein Sandstrahler sie haben wollte und Leanders eigene Versuche kläglich scheiterten, zum Abbeizen gingen. Die zeitlichen Dimensionen lassen sich hier nur schwer darstellen, aber bereits durch die Entscheidung den Anhänger in alle Einzelteile zu zerlegen und der Tatsache das der DDR-Lack sein Herkunftsland bei weitem überlebt hat, lagen wir nun schon deutlich hinter unserem Zeitplan.
Nun konnte also endlich neue Farbe auf das Gestell und die Einzelteile. Auch einen neuen, zusätzlichen Aluboden haben wir dem Anhänger verpasst, nun da, er schon schon völlig zerlegt war. Zwischendurch kam uns mehrfach die Frage, ob das Projekt eine gute Idee war und vor allem, ob wir das Puzzle aus des Anhängers jemals wieder zusammengesetzt bekommen würden.
Das mit dem Zusammensetzten hat zwar bis auf einige wenige Teile funktioniert, aber wie am nicht vorhandenen Sonnenschein hat auch das, wie so Vieles an diesem Anhänger einige Zeit in Anspruch genommen, so dass wir erst im Dunkeln damit fertig wurden, die Seitenwände und das Dach wieder zusammenzusetzen.
In der Zwischenzeit haben wir aber auch schon fleißig am Innenausbau / Thekenauszug gearbeitet und getüftelt. Auch dieser nahm erste Züge an man konnte schon bald erkennen, was grob daraus werden sollte.
Ein weiterer Meilenstein war geschafft, als der Auszug das erste Mal fest mit dem Anhänger verbunden war. Nun konnte man sich wirklich langsam vorstellen, wie es am Ende einmal aussehen könnte und auch als Fremder erkennen, was wir da eigentlich bauten.

Nach und nach kamen viele kleine Dinge, wie die Halterung für die Bierfässer (die wir ganze dreimal aus- und wieder einbauen mussten, da irgendetwas nicht passte, wir an irgendetwas nicht gedacht hatten, oder sie einfach im weg war), die C02-Flasche, Spülbecken, Arbeitsplatte und nicht zuletzt der Zapfhahn dazu. Einige Dinge, wie die Türen des Auszugs noch als Prototyp, damit für die ersten Test überhaupt etwas vorhanden war. Auch im verborgenen Tat sich einiges: Abwasserablauf, Stromverkabelung, Frischwasseranschluss, Beleuchtung (der Anhänger brauchte ja auch irgendwann TÜV) und Innenraumbeleuchtung, damit man nicht im Dunkel steht - um nur einige der Dinge zu nennen.
TÜV ist ein gutes Stichwort. Da der Anhänger in seinem ersten Leben in der DDR nie eigene Papiere hatte, sondern ein Fahrzeug mit seinem Zugfahrzeug darstellte, kamen wir nicht um eine Vollabnahme beim TÜV herum. Die hat der Anhänger zum Glück im ersten Anlauf bestanden und auch direkt eine HU erhalten. Glück gehabt - war die ganze Arbeit doch nicht umsonst. Jetzt konnten wir den Anhänger also endlich anmelden. Ein paar Restarbeiten standen zwar noch an, bevor er zur Vermietung bereit war, aber auch die konnten wir mittlerweile abarbeiten. Und mal ganz ehrlich - wirklich "fertig" ist so ein Projekt ja eh nie - irgendetwas findet sich immer, was noch angebaut, verbessert, oder ausgebessert werden muss.





























